30. Januar 2020 - Beiträge - Vortrag - Autor

Boris Palmer bei den Landfrauen Möglingen-Asperg

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Der Abend beginnt…

Am 29.01.2020 dankt die VR-Bank Asperg-Markgröningen eG den Landfrauen und ermöglicht einen ereignisreichen Abend mit dem Hauptakteur Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen. Als Repräsentantin von Möglingen beehrt uns Rebecca Schwaderer, Bürgermeisterin.

Es kommen Landfrauen aus Tamm, Pflugfelden, Markgröningen, Unterriexingen, Oberriexingen, Schwieberdingen und dem Kreislandfrauenverband Ludwigsburg. Weitere Gäste und Interessenten sind angemeldet.

Die Tore des Bürgerhauses Möglingen öffnen um 18 Uhr, es sollen an diesem Abend knapp 400 Gäste werden. Das Buffet steht, der Sekt ist eingeschenkt, die Gäste strömen in das Bürgerhaus. Ute Ullrich von den Landfrauen Möglingen, begrüßt im Einzelnen die Ankommenden.

Jörg Hoffmann, Pianist, untermalt den Abend ab 18:45 Uhr im großen Saal. Die ersten Plätze sind besetzt. Um 19:15 Uhr begrüßt Ute Ullrich die Gäste mit einem kurzen Gedicht.

Rebecca Schwaderer beehrt uns

Die thematische Einstimmung dieses Abends gibt Rebecca Schwaderer, Bürgermeisterin von Möglingen. Sie heisst Boris Palmer willkommen und greift das Thema „bezahlbaren Wohnraum“ in unserer Gemeinde auf. Sie spricht über aktuelle Maßnahmen so auch die Umsetzung eines Bauprojekts gemeinsam mit der VR-Bank. Eine gute Überleitung zu Frank Kraaz, jüngst Vorstandsmitglied der VR-Bank Asperg-Markgröningen.  Schwäbisch, charmant, kurzweilig spricht er über seinen Werdegang der ihn vor einigen Monaten ‚vo dr alb ra‘ von Laichingen nach Asperg gebracht hat.

Boris Palmer nimmt die Bühne ein, gewohnt offenherzig, belustigend und kontrovers

Boris Palmer spricht zu den Veranstaltungsgästen. Mit gutem Beispiel voran reist er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Anreise sei „holprig“ gewesen, „voll Stuttgart 21“.

Er spricht über seinen Vater Helmut Palmer, besser bekannt als der „Remstal-Rebell“ und über die Umstände wie es zur zweifelhaften Inhaftierung auf den Hohenasperg kam. Eine Haft die letztlich nicht durch die verursachende Tat erfolgte, sondern wegen eines Streits mit einem Gerichtsdiener. Man stelle sich vor, dass es ursprünglich um einen „toten Baum“ ging…

„Erst die Fakten dann die Moral“

…ist der Titel seines Buches, so auch die Sichtweise und der Filter mit welchem er sein politisches Umfeld betrachtet. So beschreibt er die Reihenfolge seines politischen Denkens. Boris Palmer spricht gewohnt extrovertiert zum Publikum und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Anhand einiger Beispiele des deutschen Zeitgeschehens verdeutlicht er seine Botschaft. So sei 2015 von einem „moralischen Imperativ“ die Rede, als Bundeskanzlerin Merkel zur Flüchtlingspolitik gesprochen hatte. So finde er die Aussage in Angela Merkels Rolle als Bundeskanzlerin „unmöglich„, aus dem Blickwinkel einer Privatperson sehe er es allerdings anders. Herr Palmer zeigt damit auf, dass zuerst die Faktenlage geprüft werden soll, anhand dieser Fakten eine Beurteilung erfolgt und erst dann die Moral für eine Entscheidung herangezogen werden soll.

So sei er beispielsweise dafür, dass Autos aus der Innenstadt ‚raus sollten, „aber nicht auf Basis fehlerhafter Daten„. So geht er auch auf den Klimawandel ein, erklärt vereinfacht am Beispiel des ’sauren Sprudels‘ wie CO² entsteht und zieht Fakten über CO² Konzentration im Meer im Vergleich zur Atmosphäre heran. Er spricht von „faktenfreier Angstkultur“ in Deutschland.

Mit differenten Wahrnehmungen folgt das Publikum seinen Ausführungen und geht zuletzt in eine offene, kurze Diskussion mit Boris Palmer. Und auch hier besteht er rhetorisch und schlagfertig zu Themen wie Innenstadtverkehr, bezahlbaren Wohnraum als auch politischen Statements.

Wir bedanken uns bei Boris Palmer für seine Zeit und erfrischende Art.

Artikel von Nadine Albrecht
© Alle Rechte vorbehalten, Fotografie Nadine Albrecht

Auch bedanken wir uns, dass Sie Ihr Honorar einer Vesperkirche zuteil werden lassen:

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